Reihe Toskana: Collodi

Ich weiß, dass der Blog eigentlich im Juli mit dem Versprechen, regelmäßig Beiträge zu liefern, Fahrt aufgenommen hat & an dieser Stelle ist ein Dankeschön für das positive Feedback angebracht. Aber wie es dann so ist... manchmal kommt das Leben dazwischen. Über mangelnde Beschäftigung konnten wir uns in den letzten Monaten nicht beschweren. Zudem haben wir uns auch hier und da ein wenig Zeit für uns gegönnt. Sorry, Internet, das war überfällig! ;-) Nach dieser Zeit brenne ich aber jetzt darauf, wieder tolle Infos & Reiseziele zu teilen. Da wir uns selbst in letzter Zeit gerne auch mal ältere Urlaubsfotos angesehen haben und unsere nächste Reise noch auf sich warten lässt, sollten auch diese Erlebnisse hier einfließen.

In den kommenden Beiträgen möchte ich Ihnen einige Ziele in der Toskana vorstellen. Typischerweise denkt man hier an Pisa und Florenz, an Kunst, Denkmäler und Architektur, und das vollkommen zurecht. Aber auch abseits der Großstädte hat die Toskana wunderschöne Landschaften und interessante Ziele zu bieten. Eines davon durften wir während unseres Aufenthalts besuchen: Collodi. 

 

Geeignet für: Naturliebhaber, Leseratten, Kunst- und Architekturinteressierte, Familien mit Kindern

Eigentlich stellen die Parks in Collodi ein schönes Ziel für beinahe jeden dar, ganz gleich, ob man sich für Literatur und damit für den Pinocchio begeistern kann, ob man hübsch angelegte Parkanlagen liebt oder das Kindertheater aufsuchen möchte.

Wir selbst haben damals ein Ferienhaus im Umland von Lucca gemietet, was je nach Route 18 oder 25 km von Collodi entfernt liegt; als Ziel für einen Tagesausflug also ideal! Collodi selbst ist ein noch recht verschlafenes Örtchen und hat trotz seiner Bekanntheit durch den Pinocchio-Schöpfer Carlo Lorenzini seinen dörflichen Charme bewahrt; außer einem kleinen Imbiss und den Parkanlagen gibt's lediglich einige Wohnhäuser und reichlich Parkmöglichkeiten. Das mag trivial klingen, aber wer Italien kennt, weiß auch, dass gerade in den engen Gassen der Bergdörfer das Parken zur Herausforderung werden kann.

Allerdings hatte diese Annehmlichkeit für uns nach dem Urlaub einen bitteren Nachgeschmack: Zum einen sind wir auf dem Weg aus Collodi heraus geblitzt worden (unser Fahrstil war wohl ein wenig zu italienisch, kommt vor). Zum anderen haben wir in Collodi einen Parkplatz von der falschen Seite befahren und somit falsch geparkt; und das, obwohl wir bei der Ankunft einen Polizisten gefragt haben, ob man dort parken könne. Beides zusammen hat uns am Ende knapp 400 Euro gekostet. Ob das Ganze nun "Methode" hat oder nicht, lässt sich schwer beurteilen. Wer sich aber für einen Besuch in Collodi entscheidet, sollte sich auf jeden Fall vorher und währenddessen sehr gut über Parkmöglichkeiten informieren. Und ans Tempo-Limit halten sollte man sich ja sowieso, schließlich ist man im Urlaub und nicht auf der Flucht ;-) 

Die beiden Parkanlagen, der Parco di Pinocchio und die Anlagen der Villa Garzoni samt Schmetterlingshaus, liegen dicht beieinander. Daher kann man den Eintritt für beide zusammenlegen oder sich ermäßigt für eins von beiden entscheiden. Wie unsere Bilder aber hoffentlich zeigen, lohnt es sich auf jeden Fall, beide zu besuchen!

Mein Junge, kein Vertrauen in diejenigen, die Sie über Nacht reich zu machen versprechen. Sie sind in der Regel entweder verrückt oder Scharlatane!
— Pinocchio (C. Collodi)

Wie wir gelernt haben, stellte Collodi für Carlo Lorenzini, den Pinocchio-Erfinder, einen starken Bezugspunkt dar: Zum einen hat er einen Großteil seiner Jugend dort verbracht, zum anderen handelt es sich um den Geburtsort seiner Mutter. Daher wählte er später auch den Künstlernamen Carlo Collodi. Im Pinocchio-Park nun haben Künstler dem Autor in den 50er Jahren ein Denkmal gesetzt. Zahlreiche manieristische Plastiken und Statuen der Künstler Emilio Greco und Pietro Gonzaga schildern Romanszenen des Pinocchio und laden den Besucher ein in eine märchenhafte Welt. Wer mit Pinocchio nichts anfangen kann, muss hier allerdings nicht zurückschrecken: Der Park lockt mit einer kleinen Ausstellung, einem Theater für Kinder, Brunnenanlagen, Bambuswäldern und Sitzgelegenheiten, an welchen man einfach die Natur und Ruhe genießen kann.

Je nachdem, was man plant, sollte man sich allerdings vorab auf der Website des Parks informieren (nur italienisch und englisch), was gerade angeboten wird: Als wir dort waren, war beispielsweise das Kindertheater geschlossen. Für uns war das kein Problem, aber wäre man gerade dafür mit Kindern angereist, wäre das schon eine herbe Enttäuschung gewesen. Zur Zeit unseres Besuchs hatte er eher etwas von einem Park mit angelagertem Spielplatz als von einem Freizeitpark; das mag zur Hauptsaison anders aussehen. Glücklicherweise kann man ja auch Tickets für nur einen der beiden Parks erwerben... Und damit kommen wir auch zu Parkanlage Nummer 2...

Weiter geht's zur Villa Garzoni und ihrer prächtigen Parkanlage. Über die hatten wir schon vor unserem Urlaub in Sabine Poeschels Band Kunstdenkmäler in der Toskanagelesen (aus dem auch viele der Infos in diesem Beitrag stammen), daher wollten wir uns die "bedeutendsten Barockgärten der Toskana" auf keinen Fall entgehen lassen. Die Villa selbst, die an den Garten angrenzt, ist schon sehr beeindruckend. Allerdings ist die Parkanlage selbst so groß, dass wir fast den ganzen Nachmittag hier zugebracht haben. 

Die Gärten der Villa wurden schon im 16. Jahrhundert angelegt und sind auch mit der Villa selbst nicht direkt verbunden. Wenn man hereinkommt, blickt man gleich auf die monströse zweiläufige Treppe, die immer wieder von Terrassen mit Statuen und Brunnen aufgebrochen wird. Entwickelt wurde diese aufwändige Anlage ursprünglich für den Belvederehof des Vatikan. Ende des 18. Jahrhunderts kamen die Wasserspiele dazu, entworfen von Ottaviano Diodati. Selbst ein kleines Amphitheater und ein Heckenlabyrinth sind Teil der Anlage der Grafen Collodi, deren Wappen über die Anlage verteilt in Mosaiken verewigt worden ist.

Hier haben wir dann auch mehr Zeit zugebracht als im Pinocchio-Park. Die Anlage gab für uns einfach mehr her und die Grotten und verschiedenen Statuen, Wasserspeier und Brunnen waren einfach umwerfend!

Collodi-21.jpg

Ist der Ruf erst ruiniert...

Auf den schlechten Ruf wollten es die Grafen Collodi wohl nicht ankommen lassen:

Ganz oben, am Ende der Doppeltreppe posaunt Fama den guten Ruf der Grafen über den Park hinaus.

Abgeschlossen haben wir unseren Aufenthalt mit einem kleinen Stopp im Imbiss gleich neben den Parks. Dort gab's dann Burger – ja, sehr italienisch! – und danach haben wir uns auf den Heimweg nach Lucca gemacht. Für uns war's ein sehr schöner Tag in einem verträumten Toskana-Dörfchen. Dabei haben wir uns unsere erste Pflichtdosis Kultur abgeholt und einen Ort fernab der "offensichtlichen" Sehenswürdigkeiten wie Pisa oder Florenz kennengelernt.

Außer der Toskana hat Italien natürlich noch zahlreiche weitere Traumziele zu bieten: In meiner Galerie finden Sie weitere Schnappschüsse aus Norditalien und Sardinien, die hoffentlich ein wenig Urlaubsgefühl wecken oder auch Ihre nächste Planung inspirieren! 

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