So fühlt sich der nächste Urlaub länger an

Als wir aus unserem vorletzten Italien-Urlaub zurückgekommen sind, wollten die Daheimgebliebenen natürlich wissen, wie es war. Man kennt das ja... Und wenn wir in früheren Jahren mit dem ebenso bekannten "Viel zu kurz!" geantwortet hätten, war die Antwort diesmal eher ein "Super!"...

Was hat sich geändert? Hauptsächlich unsere Einstellung zum Urlaub, aber ein bisschen auch die Art, wie wir den Urlaub planen und anlegen. Am Ende hatte man so viel unternommen, besucht, gesehen, und wieder mal viel zu viel gegessen. Wir hatten Pisa besucht und uns natürlich den schiefen Turm, aber auch das Baptisterium besichtigt; wir hatten die "beste Pizza Italiens" probiert (und zum Leidwesen unserer Waage daheim auch aufgegessen)... Ob die Behauptung des Eigentümers den Tatsachen entspricht, können wir allerdings leider erst bestätigen, wenn wir alle Pizzen probiert haben... Wir sind gewandert, geschwommen, für ein Panoramabild auf Felsvorsprünge geklettert, wir haben Märkte besucht oder sind auch einfach mal mit der Kamera durch die Hotelgärten schwadroniert, um Naturaufnahmen zu machen (auch unser Titelbild stammt übrigens aus einem "Fotospaziergang", diesmal im Parco di Pinocchio in Collodi)...

Kurz: Es war ein bereichernder und abwechslungsreicher Urlaub... Und deshalb fühlte er sich länger an. Auch wenn wir unseren Urlaub schon immer ein bisschen so geplant haben wie heute, hat der Wahnsinn bei uns schon Methode. Vor kurzem durften wir dann bei Marc Wittmann, einem Psychologen und Autor von Gefühlte Zeit: Kleine Psychologie des Zeitempfindens* nachlesen, woran es gelegen hat. Das hat uns wiederum erlaubt, die Planung weiter voranzutreiben und es beim nächsten Mal noch besser zu machen. Zum Zeitempfinden schreibt Wittmann: 

Die Zeit bildet ein Netz, in dem Phänomene plötzlich in vollständig anderem Licht erscheinen. Es geht um Gefühle, um Erinnerungen, Lebensglück, Sprache, Schul- und Berufserfolg, das eigene Ich, Bewusstsein, Stress und psychische Erkrankungen, die Achtsamkeit gegenüber sich selbst und den eigenen Körper.

Auf diese Achtsamkeit kommt es uns an. "Zeiturteile" können uns durch eine falsche Perspektive oft dazu verleiten, anzunehmen, etwas sei schon zu lange her oder zu kurz gewesen, so auch unser Urlaub. Je mehr Erinnerungen man aber mit einer Zeitspanne verknüpft und je mehr neue Erfahrungen man macht, desto länger fühlt sich die Zeitspanne an, so Wittmann. 

Das heißt konkret, es kommt nicht nur auf die Anzahl der Unternehmungen an, sondern auch auf die Art. Wenn wir im Urlaub immer die gleiche Spazierrunde gehen, fliegt der Urlaub nur so an uns vorbei, selbst wenn der Strand noch so schön ist. Aber was passiert, wenn wir am Strand spielen und Sandburgen bauen, uns ein aufregendes Buch gegenseitig vorlesen, Muscheln suchen, tauchen, auf die nächste felsige Klippe der Küste klettern, uns ein Wettrennen mit den Luftmatratzen liefern oder von jedem Strand unseres Ziels ein Foto oder ein Sandkorn mitnehmen? Tadaaa! Der Urlaub wird (gefühlt) länger. 

Keine Angst, das bedeutet nicht, dass man an jedem Urlaubstag von Bungee Jumping bis Fallschirmspringen alle Extremerlebnisse mitnehmen muss. Aber man sollte sich wohl vornehmen, ein bisschen mehr zu unternehmen als jeden Tag am Pool zu liegen; dann hat man gleich mehr von den Ferien.

Der angenehmen Nebeneffekt: Man muss auf die Frage, wie's war, nicht mit einem Wetterbericht antworten (wir zeigen auch alle gerne unsere Sommerbräune), sondern kann mit zahlreichen Erlebnissen auftrumpfen, an die man gerne zurückdenken wird und von denen man immer wieder erzählen kann. Dafür braucht es keine enorme Kenntnis der Lokalitäten. Gestalten Sie es nach ihrem eigenen Geschmack. Gehen Sie gerne wandern? Dann wandern Sie und zwingen Sie sich zu nichts. Seien Sie voll im Moment und im Jetzt. 

Führen Sie ein Reisetagebuch?

Den Urlaub nutzen wir auch gerne mal, um Abstand von Emails, Facebook & Co. zu nehmen. Das, was man sonst schon mal postet, landet dann im Reisetagebuch. Selbst wenn man sonst nicht der Typ für Tagebücher, "Morning Pages" oder dergleichen ist, kann ich es für den Urlaub nur empfehlen. Es muss auch kein ausführlicher Bericht in epischer Länge werden, schließlich hat man Urlaub. Aber wenn man sich abends – oder früh am nächsten Morgen – noch einmal an all die schönen Dinge erinnert, die man erlebt hat, verstärkt auch das den positiven Effekt. Denken Sie dran, es ist ihr Tagebuch, keiner muss es später lesen. Steno reicht also zur Not auch... Einige Auszüge unserer Tagebücher landen immer mal wieder hier im Blog (psst... nicht verraten!). 

Es gibt auch wunderschöne Notizbücher – etwa das Midori Traveler's Notebook – die nicht nur als Tagebuch oder Notizheft, sondern gleichzeitig als Portemonnaie oder Unterlagenmappe fungieren können. 

Und wenn man sich so gar nicht mit dem Tagebuch anfreunden kann, sammelt man die Erinnerungen vielleicht lieber mit der Kamera. Auch das Bearbeiten, Sortieren oder Entwickeln der eigenen Bilder kann sehr schön sein und viele tolle Urlaubserinnerungen wecken.

Zudem funktioniert das auch bei der ganz normalen Wochenendplanung daheim. Wenn das nächste Wochenende nicht wieder vorbeifliegen soll, gehen Sie mit der Familie etwas essen, machen Sie einen Waldspaziergang und lernen etwas über heimische Pilze. Unternehmungen und Erlebnisse füllen unsere Zeit aus, sodass sich das Erlebte länger anfühlt. Probieren Sie's aus und lassen Sie uns gerne an ihren Erlebnissen teilhaben! Wir gehen morgen übrigens zum Portugiesen, Eiweiß tanken ;-) ... Und Sie?

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