Wie man im Urlaub WLAN-Hotspots findet

Auch wenn der Urlaub oft genug als Gelegenheit genutzt wird, um mal digital "den Stöpsel zu ziehen" und Emails oder soziale Netzwerke zu meiden, kommt man oft genug nicht umhin, wenigstens gelegentlich ins Netz zu gehen, das heißt, solange man ohne größere Kosten ins Netz kommt. Wenn die eigene Unterkunft WLAN beinhaltet, ist das kein Problem. Mobile Datentarife sind im Ausland noch oft genug mit zusätzlichen Kosten verbunden, die man gerne vermeiden möchte (schließlich kostet der Urlaub selbst ja auch schon Geld und man bleibt ja Sparfuchs...). 

Gesetzt den Fall, man verfügt über keinen geeigneten Datentarif und das eigene Hotel bietet kein WLAN an – was noch häufiger vorkommt als man denken mag – bieten WLAN-Hotspots eine geeignete Lösung, um die Lieben daheim wissen zu lassen, dass es einem gut geht oder sich die Arbeit in den Urlaub zu holen (wozu ich nur raten kann, wenn es sich nicht vermeiden lässt). Hierbei gibt es jedoch einiges zu beachten. 

Sicherheit

Regel Nummer 1: Man sollte sich immer in fremden Netzwerken schützen! Aber wie geht man das an? Hier ein paar grundsätzliche Tipps, die das schlimmste Online-Debakel im Urlaub verhindern kann: 

  1. Freigaben deaktivieren – Was zu Hause ganz toll sein mag, kann im Urlaub schnell zu Problemen führen. Wer seinen Laptop so eingestellt hat, dass Dateien, Drucker oder sonstige angeschlossene Peripheriegeräte per Netzwerk geteilt werden (auch wenn diese gar nicht mitgenommen wurden), sollte diese Optionen in öffentlichen Netzwerken und an Hotspots deaktivieren. Sie stehen sonst jedem mit Zugang zu diesem öffentlichen Netzwerk zur Verfügung. Zudem kümmert man sich daheim logischerweise nicht so sehr um die Verschlüsselung von Daten. Wenn dieselben unverschlüsselten Daten dann für jedermann im Café einsehbar sind, sieht die Welt anders aus.
    1. Für Windows-Nutzer sind diese Optionen in der Regel unter Netzwerk und Internet > Netzwerk und Freigabecenter zu finden. Hier einfach unter den Erweiterten Einstellungen die Freigabe von Dateien und Druckern deaktivieren; zusätzlich kann man auch die Netzwerksuche oder das Teilen öffentlicher Ordner deaktivieren. 
    2. User von Mac OS X finden die gleichen Einstellungen in den Systemeinstellungen unter Freigaben. Anders als bei Windows sind die Optionen zur Netzwerksuche in den Firewall-Einstellungen zu finden, hier aktiviert man unter Firewall-Optionen den Tarnmodus. Beide Einstellungen verhindern, dass man im öffentlichen Netzwerk für andere Geräte gleich sichtbar ist und verringert somit die Wahrscheinlichkeit eines Zugriffs von außen.
  2. Firewall aktivieren – Es wirkt fast zu trivial, um es zu erwähnen, aber gerade im Urlaub, wo man nicht weiß, ob der Hotelrouter richtig konfiguriert ist, sollte man auf die eigenen Firewall-Einstellungen achten. Die meisten Betriebssysteme liefern hier das Notwendigste. In Windows unter System und Sicherheit, beim Mac unter Sicherheit und Privatssphäre zu finden, sollte man hier sicherstellen, dass die Firewall aktiv ist. Zudem kann man programmspezifisch festlegen, welche Applikationen überhaupt Zugang benötigen. 

  3.  HTTPS und SSL benutzen – Wann immer man die Möglichkeit besitzt, sollte man HTTPS- und SSL-Verbindungen bevorzugen. Über die ältere, reguläre HTTP-Verbindung wird einiges an Text übertragen, der für einen Angreifer ausgelesen werden kann. Das mag nicht schlimm sein, wenn man den Weg zur nächsten Pizzeria ergooglet; wenn man aber das Passwort zum Email-Postfach oder Online-Banking eingibt – gesetzt den Fall, das ist im Urlaub nötig – ist das weniger erfreulich. HTTPS ermöglicht beim Website-Besuch, was SSL in Apps (etwa dem gewählten Email-Client) schafft, nämlich die Verschlüsselung der zwischen Server und Rechner ausgetauschten Daten. Im Email-Programm sollte man also unter den Einstellungen SSL aktivieren; die meisten Apps wie Outlook, Apple Mail & Co. bieten diese Option leicht findbar an. Viele Websites wie Facebook oder auch viele Email-Anbieter wie GMail verschlüsseln den Zugriff auf ihre Weboberfläche mittlerweile automatisch. Hier kann es dennoch nicht schaden, einen kurzen Blick auf die Adressleiste zu werfen, um sicherzustellen, dass vorne auch "https" und nicht "http" steht. Viele Browser markieren auch die sichere HTTPS-Version mit einem Vorhängeschloss oder warnen mit rot durchgestrichenem HTTPS vor der unverschlüsselten Option. Hierbei gilt für uns auch die allgemeine Verhaltensregel "Wenn es warten kann, tun wir's zu Hause". Banking-Zugangsdaten und vergleichbare Informationen sind zu wertvoll, um sie für einen kurzen Blick aufs Konto zu riskieren, egal, wie sicher man aufgestellt ist. Wenn es also nicht wirklich erforderlich ist, vertagen Sie das Online-Banking lieber auf das sichere Heimnetzwerk. 

  4. Ziehen Sie ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) in Erwägung – Auch wenn man von der Firewall bis HTTPS & SSL alles richtig gemacht hat, besteht immer noch die Möglichkeit, dass man hier und da ungeschützt ist. Das liegt einfach daran, dass nicht alle Websites SSL anbieten oder dass gewisse Suchmaschinen, Email-Anbieter etc. angreifbar sind. Vielleicht will man auch einfach für den eigenen Seelenfrieden ein bisschen Zusatzaufwand auf sich nehmen. In solchen Fällen bietet sich ein VPN oder Virtuelles Privates Netzwerk an. Wenn man zusätzlich zum öffentlichen WLAN zu einem VPN verbunden ist, wird der Traffic durch ein separates, privates Netzwerk geleitet. Das schafft zum einen zusätzliche Sicherheit und verändert zudem die IP des eigenen Geräts. Wenn diese IP eine deutsche ist, hat man zudem den Vorteil, dass man weiterhin Websites nutzen kann, die nur hierzulande zugänglich sind. Das mag die eigene Zeitung sein, bei der man ein Abo abgeschlossen hat oder vielleicht der Streaming-Service für's Entertainment. Hier ist jedoch zu bedenken, dass ein VPN die Verbindung in der Regel etwas verlangsamt. HD-Serien zu streamen könnte also ggf. schwierig werden. Es gibt verschiedene Anbieter wie Private Internet Access, die VPNs – teils gegen geringe Gebühren – zur Verfügung stellen. Wir haben hier einen etwas anderen Weg beschritten: Da wir auch für unsere Urlaubsfotos und -videos eine Synology Diskstation (genauer die SYNOLOGY DS415play*) benutzen, greifen wir hier auf die Möglichkeit zurück, diese als VPN-Server einzurichten. Das Ganze kostet dann nichts (sofern man die DistStation selbst nicht mitrechnet oder als einmalige Investition sieht) und ist nur mit einem minimalen Mehraufwand bei der Einrichtung verbunden (den man aber auch nur einmalig pro Gerät erbringen muss). Wenn das VPN einmal eingerichtet ist, ist es auch kinderleicht zu bedienen. Zwei Klicks und man aktiviert es, wann immer man im öffentlichen Netzwerk ist. Zack – Sicher. 

  5. WLAN & Bluetooth deaktivieren, wenn man es nicht nutzt – Eigentlich gilt diese Regel gleichermaßen für Bluetooth und andere Drahtlosnetzwerke. Wenn man im Urlaub ununterbrochen im Netz arbeiten muss, ist das freilich keine sinnvolle Option. Wer aber zwischendurch lediglich Fotos auf den Laptop zieht oder das Urlaubstagebuch schreibt, benötigt hierzu selten eine Internetverbindung. Zudem schon das Ganze auch noch den Akku; und gerade im Urlaub kann es ja sein, dass man längere Zeit ohne Zugang zu einer Steckdose unterwegs ist. Also: WLAN aus, Bluetooth aus!

Es gibt Mittel und Wege, all diese Einstellungen zu automatisieren und zu vereinfachen, dazu aber ein andermal mehr. Nun wollen wir erst mal ins Internet... 

Zugang finden

Zwar gibt es Datenbanken, die auf der Karte anzeigen können, wo man den nächsten HotSpot findet – die Telekom, Vodafone (auf Deutschland beschränkt), HotSpot Locations oder YellowMap stellen hier nur einige Beispiele – am einfachsten ist es aber oft genug mit den Apps, die man ohnehin schon installiert hat. Falls man also nicht ohnehin schon Kunde eines bestimmten Telefonanbieters ist, der über ein HotSpot-Netzwerk verfügt, stellen Facebook und Yelp seit neuem sehr nützliche Alternativen dar. 

Facebook hat für Urlauber in den letzten Monaten einige interessante Neuerungen eingeführt, darunter auch die Stadtführer-Funktion. Diese erreicht man genauso wie die Suche nach WLAN und Hotspots über den Mehr-Button (das hübsche Quadrat aus neun Punkten). Man klickt auf WLAN finden und Facebook listet HotSpots und WLAN-Zugänge in der Nähe. Die Treffer werden normalerweise als Liste angezeigt, allerdings besteht die Möglichkeit, sie auch als Karte anzeigen zu lassen. 

Ähnlich funktioniert das Ganze bei (Web-)Apps wie Google Maps, Yelp oder Foursquare. Nach der anfänglichen Suche nach Cafés, Restaurants oder Geschäften kann man in der Regel Filter aktivieren oder Begriffe suchen; WLAN wird hier in der Regel schon als Kategorie angeboten, mit der man die Ergebnisse durchforsten kann. Manche Portale bieten auch Möglichkeiten zum Feedback durch Benutzer, andere sind besser für bestimmte Länder geeignet als andere. Man sollte mehrere Optionen kennen und mit ihnen ein wenig vertraut sein, um flexibel wechseln zu können und von Ziel zu Ziel ausprobieren, was zuverlässige Informationen liefert.

Hat man sich nun wie vorher beschrieben gesichert, kann man lossurfen und die Daheimgebliebenen mit Urlaubsfotos vor Neid erblassen lassen! Kleiner Scherz, aber Sie verstehen... Ich hoffe, die Tipps helfen dem einen oder anderen, im Urlaub online sicher zu bleiben. Wenn Sie die Hinweise nützlich finden oder jemanden kennen, der bald in Urlaub fährt, aber in Sachen Technologie vielleicht nicht so firm ist, lassen Sie sie wissen, wie sie sich schützen können und schicken Sie ihnen den Link zum Artikel! Lassen Sie uns auch gerne in den Kommentaren wissen, welche Maßnahmen Sie im Urlaub ergreifen, um sicher zu surfen, den Akku zu schonen oder die Technik ganz wegzulassen. Wir sind immer auf der Suche nach Tipps und Inspiration! Gerne versuchen wir auch, ihre Fragen zu Einstellungen per Mail zu beantworten!

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Quellen: